Previous Page Up One Level Next Page Allgemeine Informationen Grundlagenforschung Forschungstransfer Lehre Veröffentlichungen Suchen Hilfe English Pages Deutsche Seiten
Homepages Navigate Site Buttons
  ZAIK - Gruppe Faigle/Schrader: Projekte/Simulation/Bausparkollektive 

Die Idee
des Bausparens

Angenommen, zehn Bauwillige ohne Eigenkapital wollen mit dem Ziel sparen, Wohneigentum in gleicher Preislage zu schaffen. Wenn jeder von ihnen ein Zehntel des erforderlichen Finanzierungsvolumens im Jahr spart, so ist nach zehn Jahren bei jedem einzelnen das nötige Kapital angesammelt. Schließen sich nun diese zehn Bauwilligen zusammen, so kann der erste von ihnen bereits nach einem Jahr sein Bauvorhaben realisieren, indem er die Sparvolumina der anderen neun mit hinzunimmt. Im zweiten Jahr kann dann der zweite bauen, wobei sich seine Finanzierungsmittel zusammensetzen aus neun Sparraten und einer Tilgungsrate des Bauherren, der im ersten Jahr gebaut hat. Auf diese Weise kommen schließlich - verteilt über zehn Jahre - alle zu ihrem Ziel, und zwar im Durchschnitt 4,5 Jahre früher, als wenn jeder für sich die erforderlichen Mittel angesammelt hätte.

Einige Zahlen

Dieses im Laufe der Jahre wesentlich komplexer gewordene Selbsthilfesystem nimmt eine bedeutende Stellung in der Bundesrepublik Deutschland ein, insbesondere im Hinblick auf die Förderung von Wohneigentumsbildung. Zur Zeit gibt es in der Bundesrepublik 22 private und 13 öffentliche Bausparkassen mit ca. 32 Mio. Bausparverträgen über eine gesamte Bausparsumme von 1,2 Billionen DM. Die Landesbausparkassen haben einen Anteil von 30% am gesamten Bausparmarkt und sind somit Marktführer unter den Bausparkassen.

Untersuchungs-
aspekte

Der Ablauf eines Bausparvertrages teilt sich in der Regel in drei Phasen: die Sparphase, die Zuteilung und die Darlehensphase. Diese drei Phasen lassen sich getrennt voneinander analysieren, wobei in einem zweiten Schritt Korrelationen zwischen den Verhaltensmustern in den einzelnen Phasen zu untersuchen sind. Von besonderem Interesse ist die Sparphase, da in diesem Abschnitt eines Bausparvertrages - anders als während der Rückführung des Baudarlehens in der Darlehensphase - der Bausparer weitgehend frei ist und individuelle Sparziele verfolgen kann.

Im Hinblick auf ein Bausparkollektiv gibt es grundsätzlich zwei für die Produktsteuerung wichtige Fragestellungen: Wie hat sich das Kollektiv in der Vergangenheit entwickelt (Kollektivanalysen), und wie wird sich das Kollektiv weiterentwickeln (Prognosen). Dabei dienen die Analysen der eher kurzfristigen Liquiditätsplanung und als Grundlage für die Planung von Marketingstrategien, während Prognosen für die mittel- und langfristige Liquiditätsplanung sowie für die Produktentwicklung eingesetzt werden.

Am Beispiel des Kündigerverhaltens läßt sich eine mögliche Anwendung von Analysen zeigen: Hier sind besonders Kündigerhäufigkeiten in unterschiedlichen Gruppen von Interesse, aber auch Verhaltensänderungen verschiedener Abschlußjahrgänge im Zeitverlauf. Aus diesen Informationen lassen sich beispielsweise Anhaltspunkte für eine gezielte und effiziente Kundenbetreuung gewinnen.

              
Zur Leitseite "Simulation von Bausparkollektiven"